Logbuch der ARC 2015

Letzter Tag - Zieleinlauf

Der letzte Tag startet mit einer Enttäuschung! Obwohl wir die ganze Nacht unter Gennaker gelaufen waren, hatte sich unser Abstand zur Aqualuna von einer Meile auf 13 Meilen direkte Differenz, bzw. 10 nm Differenz nach St Lucia verschlechtert. Keine Ahnung, was da passiert war. Wie wir nachlesen konnten, kam es zu dem Rückstand, obwohl die Aqualuna eine Zeit lang irgendwelche Manöver fuhr, die ihr die Sorge einbrachten, dass wir einen zu großen Vorsprung herausgesegelt hätten!? 

Der Morgen und die noch einmal eingeholten USgribs (mittlerweile haben wir drei Mal am Tag die USgribs aktualisiert, um mögliche Veränderungen zu beobachten) zeigten, dass die bisherige Vorhersage stabil blieb, und wir mit Winden um 15 kn rechnen durften. Kein Feld zeigte stärkeren Wind für die Reststrecke,  Böen allenfalls mal bis 20 kn, allerdings drehte der Wind, auch vorhergesagt, im letzten Teil nach St Lucia auf 270 Grad von 295 Grad zurück - für die etwas südlich liegende Aqualuna ein kleiner, weiterer Vorteil. Aber mit dem Code 0 können wir auch nahezu vor dem Wind optimal laufen. Eigentlich wollten wir ihn nicht mehr setzen, da er durchgesehen werden und an einigen Stellen nachgenäht werden sollte, aber wir wollten der Aqualuna zeigen, dass wir auch auf gleichen Strecken bei gleichen Winden in der Lage waren, Meilen gut zu machen. Das war nötig, da die Aqualuna sich in ihrem Block darüber geäußert hat, dass wir wohl nicht in der Lage seien, innerhalb von 24 Stunden 31 nm herauszusegeln. Wir waren darüber recht erstaunt, denn wir lagen zu diesem Zeitpunkt 124 nm auseinander und hatten recht unterschiedliche Windgebiete, da wir etwa 30 Stunden vor der Aqualuna unseren Kurs nach Süd abgesetzt hatten, um schwächerem Winden auszuweichen. Zudem kannte die Aqualuna weder unsere Performance noch unsere Segelgarderobe.

Also wurde der Code 0 gesetzt und blieb oben bis zur Rundung der Nordspitze von St Lucia. Zum Glück blieb der Wind auch in der Nacht mehr oder weniger konstant und auf jeden Fall stark genug, dass der Spi stehen blieb, und nicht so stark, dass er sich verabschiedete.

Tatsächlich kamen wir Meile für Meile auf die Aqualuna auf, und hatten sie etwa 30 Meilen vor der Nordspitze von St Lucia erreicht. im Abstand von 2 Meilen sind wir dann an der Aqualuna vorbeigesegelt und haben die Nordspitze mit etwa 6 Meilen Vorsprung erreicht. 22 Meilen in 15 Stunden herauszusegeln war wirklich spannend, ob der Code 0 wirklich halten, war aber genauso spannend. Zudem ist die Aqualuna ein wirklich schnelles Schiff. Dazu kam noch die Entscheidung, den Spi erst kurz vor der Nordspitze zu bergen. Da begann aber schon der „Kapeffekt“, heißt die auf die Insel treffenden Winde wurden auf Nordkurs abgelenkt und verstärkt, normalerweise der Idealeffekt, um mit extra Schub die Insel zu runden, für uns ein zusätzliches Risiko; also beim Aufkommen der ersten Böen über 25 kn runter.

Dann lief aber alles super - Bergen klappt dank Arnold an der Bergeleine (Arnold ist der neue Name von Jürgen, der sich mit seinem ganzen Körpergewicht, und dank seiner stattlichen Größe ist das schon beeindruckend, auf Deck sitzend in die Bergeleine stemmt. Mit dieser wird ein Trichter heruntergezogen, an dem ein Schlauch aus dünnem Stoff hängt, der zunächst beim Setzen nach oben zusammengezogen wird, dann beim Bergen sich wieder über den Spi nach unten zieht. Für Regattasegler etwas zum Naserümpfen - ok, bei kleiner Crew und großen Segeln nicht verzichtbar, da ein Bergen hinter dem Groß ausscheidet, einer am Steuer, einer an der Schot, einer am Fall, da kann nicht der Letzte die 260 qm ins Schiff ziehen. Allein eine Schot kann so stark schlagen, dass, wie leider 2010 geschehen, leicht ein Finger bricht.
Also, das Manöver klappte, auch das Bergen des Spibaums und das Klarmachen der Genua war nach kürzester Zeit erledigt, so dass die Bluewater Mooney nahezu ohne Verzögerung auf Kurs unter „weißen Segeln“ war.

Und dann kommen die Rituale der Finish Line. Über Funk 2 nm vor Pigeon Island melden, dann bei der Rundung, dann erwartet jede Yacht ein Fotograf in seinem Dingi, und zwar Tag und Nacht! - Unglaublich, der muss ewig in dem Dingi schlafen, denn der verpasst kaum ein Schiff, dann Durchlaufen der Finish Line und

WIR SIND DA!

Geschafft, mit jeder Menge Schlafentzug, viel Adrenalin, kaum Müßiggang, Segeln satt!

Tatsächlich, es ist erstaunlich, aber es ist für Dinge, die man sich vorgenommen hatte, kaum Zeit gewesen. Papiere, die ich sortieren wollte, liegen immer noch unsortiert da, ein Buch wurde angelesen, das war´s, also wo war die Zeit geblieben?

Der Atlantik bietet so viel Natur, dass man gerne einfach die freie Zeit mit Beobachten ausnutzt, sofern das Schiff nicht fordert. Und da geht jedes Mal die Rechnung mit der kleinen Crew auf! Man ist mit so vielen Dingen beschäftigt, dass man sich um sich, oder die anderen kaum kümmern kann.

Schade, dass es vorbei ist!

Wilhelm Klaas
Skipper der Bluewater Mooney

P.S.

Wir werden im Nachgang noch ein paar Fotos von St Lucia einstellen

Wir sind da und haben gewonnen, alles andere Morgen!

Finshed

 

 

Zwischenstand am 07. Dezember, 16:00 Uhr UTC

Stand der Division Cruising D am 07.12.2015 um 16:00 UTC

Spoiler: Highlight to view

BoatNo,Status,Class,Time,Lat,Long,DTD,VMGRecent
48,At Sea,1D    07/12/2015 16:00:05,14° 25.4' N,059° 06.6' W,110.24,7.3
84,At Sea,1D    07/12/2015 16:00:05,14° 30.8' N,058° 58.1' W,119.32,7.0
166,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,14° 31.9' N,057° 28.8' W,204.93,7.6
188,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,15° 51.5' N,057° 02.2' W,251.61,6.9
149,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,15° 04.4' N,056° 32.9' W,263.69,7.6
85,At Sea,1D    07/12/2015 16:00:05,15° 54.4' N,056° 33.9' W,277.69,7.4
183,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,15° 49.1' N,056° 21.5' W,286.92,7.6
171,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,16° 46.9' N,055° 29.5' W,355.69,6.8
117,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,16° 03.8' N,054° 51.0' W,373.97,7.3
151,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,14° 11.6' N,053° 34.4' W,430.67,7.3
47,At Sea,1D    07/12/2015 16:00:05,16° 30.7' N,053° 51.0' W,437.04,6.9
103,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,15° 30.7' N,053° 09.5' W,461.32,7.3
131,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:00,15° 32.3' N,052° 46.9' W,483.03,6.7
173,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,16° 56.4' N,052° 08.1' W,538.75,6.1
119,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:06,16° 38.0' N,051° 56.8' W,544,6.5
118,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:06,16° 06.2' N,051° 26.0' W,565.7,6.1
159,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:24,16° 52.7' N,051° 11.2' W,590.01,6.1
89,At Sea,1D    07/12/2015 16:00:05,14° 51.3' N,050° 44.2' W,596.48,6.2
154,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,15° 07.1' N,050° 19.7' W,621.17,5.7
153,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,16° 31.0' N,050° 23.0' W,629.84,6.0
156,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:05,17° 24.8' N,045° 42.5' W,903.49,5.4
128,At Sea,1D   07/12/2015 16:00:06,18° 18.9' N,042° 46.0' W,1078.63,5.5

 

Letzter Tag auf See

Jetzt sind unsere Gedanken schon bei m Einlaufen in St Lucia.

Es sind nur noch 140 sm bis zur Ziellinie, die wir gegen 07:00 Uhr UTC am 08.12.2015 UTC durchqueren werden. Dabei sind wir dann ca. 2.840 sm gesegelt.

Eine wirklich sehr einfache Überfahrt zu geradezu idealen Cruising Bedingungen. 2009 gab es eine ARC, bei der das gesamte Feld mit Windgeschwindigkeiten von 8 Beaufort von vorne(!) getroffen wurde, und dass über einen Zeitraum von 48 Stunden. Etliche Schiffe sind damals zu den Kap Verden abgelaufen, oder haben über etliche Stunden beigedreht.

2010 hatten wir eine ARC, bei der zwar keine Starkwinde aufkamen, jedoch sich auch überhaupt kein konstanter Passat aufbaute. Wir waren damals erster unserer Divison und 8. Schiff im Ziel über alle von 190 Cruisern. Und dabei sind wir entgegen der direkten Strecke von ca 2.700 sm 3.390 sm gesegelt und brauchten 19 Tage und 02:53 Stunden.

Das war vielleicht unsere Höchstleistung, aber mit dem neuen Rekord für die Bluewater Mooney von über 400 sm in 48 Stunden und jetzt 15 Tagen und x stunden sind wir auch sehr zufrieden, insbesondere, wenn wir nach hinten schauen, und feststellen dürfen, wie viele auch schnelle Yachten hinter uns liegen.

Die genaue Ankunft ist zurzeit mit 08.12. 07:41 Uhr angegeben.

Die Aqualuna konnten wir nicht halten! Kompliment an die Crew und das Schiff!

Gestern konnten wir uns nähern:

Plotter

Aber wir liefen unter Gennaker, die Aqualuna unter Spinnaker, und da konnten wir den von der Aqualuna gewählten Vorwindkurs nicht halten. Vor dem Wind zu kreuzen ist zwar grundsätzlich schneller, aber nur, wenn die Schiffe nicht ohnehin an der Rumpfgeschwindigkeit laufen, und zudem ins Gleiten kommen können.

Am frühen Abend sind wir dann nach Norden abgedreht, um dort evtl. für die folgenden 36 Stunden etwas stärkeren Wind zu finden. Fehlanzeige, zudem in der Nacht eine Unmenge Squalls, denen wir wegen unseres Gennakers ausweichen mussten. Das ist uns bis etwa 03:00 Uhr gelungen, dann meldete sich aber im Radar, es ist bis zum Mondaufgang um jetzt 04:00 UTC Stockfinster, ein recht großer Squall an, der uns mittig überlaufen wollte. Also Gennaker bergen, da ein erfolgreiches Ablaufen, wie bei den vorherigen etwa 8 Squalls nicht möglich war.

Nach dem Bergen erst einmal unter Groß und Genua weiter laufen, da noch Ringsherum weitere Squalls waren bzw. entstanden, also nicht gerade eine begeisternde Geschwindigkeit. 

Die Aqualuna konnte wohl etwas glücklicher oder erfolgreicher Speed in der Nacht halten, denn heute Morgen war sie beim letzten Position Report 10 sm vor uns. 

Obwohl sie damit uneinholbar sein dürfte, haben wir seit Tagen noch einmal unseren Code 0 gezogen. Er ist zwar vorgeschädigt, aber wir nehmen ihn nicht so richtig ran er hoffentlich halten.

Aber ein zweiter Platz gegen ein in der Performance überlegenes Schiff ist sicherlich auch ein Erfolg - also ist die Stimmung entsprechend gut!

Gleich geht es an die Arbeit, Fender aus dem Dingi, welches in den Davids hängt rausholen und aufblasen, Ort der Festmacher feststellen, es gibt jedes Jahr Schiffe, die völlig euphorisch ob der gelungenen Überfahrt einlaufen, sich bereits auf den letzten Metern feiern lassen, aber weder Fender noch Festmacher klariert haben! Peinlich, soll uns nicht passieren!

Eine gelungene Überfahrt ist nicht selbstverständlich, obwohl die Vorbereitung einer der wichtigsten Faktoren ist. 

Auf dieser ARC hat es, durchaus im Rahmen des üblichen, einen Mastbruch, eine Aufgabe eines sinkenden Schiffs, und einige medizinische Notfälle gegeben. 

Wie sehr das Material beansprucht wird zeige das folgend Foto

Materialbeanspruchung

Jetzt mit den roten Seilen

Es handelt sich um neue Leichtwindschoten, Marke Lyros, Typ Herkules 14 mm die genau 8 Stunden im Einsatz waren. Die offenen Stellen sind beim Spibaum und am Jockey Pool entstanden. Gerade noch einmal gut gegangen. Normal überziehe ich diese beanspruchten Stellen, sofern das Fall oder die Schot nicht bereits aus entsprechendem Material sind, mit Dyneemaschläuchen, diese sind aus extrem abriebfestem, hitzebeständigem Material.  Ja, auf die drei Meter können wir verzichten, vor dem nächsten Einsatz kommt der Schutz drüber.

Auch unsere Falle sind ganz überwiegend vor der ARC getauscht, oder wenn relativ neu, gedreht. wir fahren zwei Spifalle, eins davon ist nun aus Lyros Racer XPR, mehr hightech gegen aufscheuern und extreme Hitze auch den Umlenkrollen gibt es nicht - mal sehen, wann dort Schwachstellen kommen, und vielleicht auch ob!?

So eine ARC benötigt viel Vorbereitung und Unterstützung von Seiten Dritter. 

Ich möchte daher folgenden Personen ganz herzlich danken:

Ganz vorne weg Frau Rassy und Herrn Hansson von HR Parts, die es gewohnt sind, dass alles immer sofort benötigt wird, und auch fast alles schaffen!

Dann an Das Team von Lenz Regaport, Frau Lenz Pelzer, Herrn Lenz und Herrn Pelzer. Dort ist mein "Nachschublager".

Zu neuen wichtigen Unterstützern haben sich Rolnautic, dort Herr Carlos Juan Rodriguez mit seinem Team und seit diesem mal Potencia Marina S.L., die ausgezeichnete Volvo Vertretung im Hafen von Gran Canaria - entwickelt -Gruß an Eugen, der unsere vermeidlichen Motorprobleme von Anfang an auch zu seinem Problem gemacht hat, da fühlt man sich als Kunde richtig wohl!

Danken möchten wir auch Alisios Sails Gran Canaria, die die Durchsicht unserer Segel erstklassig durchgeführt haben. Gute Arbeit, freundlicher Service.

Aber ganz besonders möchte ich Nicole danke, die dieses Mal nicht nur nicht mitsegelte, sondern troubleshooting in der Kanzlei übernommen hat. Trotz dieser Aufgaben, die sie in den letzten Wochen an sieben Tagen zum Teil ab früh morgens (oder nachts, denn ihr Tag begann zum Teil morgens um fünf Uhr) beanspruchten, hat sie uns für drei Tage nach Gran Canaria begleitet, und den gesamten Einkauf geleitet. 

Wir melden uns noch einmal nach dem Zieldurchlauf - und etlichen Stunden Schlaf - bis dann.

Tag 14

Seit gestern haben wir uns wieder mehr aktiv in die Rallye  eingebracht. Der Starter ist repariert. Allerdings konnten wir auch nicht viel machen. Es war das Idealwetter, bzw. der Idealwind für die Hallberg Rassy 54. Der Wind kam aus ONO mit permanenten 25 bis 30 Knoten. das ist die Grenze, an der die Bluewater Mooney noch mit ungerefftem Groß permanent an der Grenze ihrer Rumpfgeschwindigkeit segelt. Die tolle Atlantikwelle hat zudem etliche Surfs zugelassen, so dass wir ein Tagesetmal vom 04.12.  12:00 Uhr auf den 05.12. 12:00 Uhr von 206 sm erreichten.

Die nördlich von uns laufende Aqualuna erreichte demgegenüber laut der Positionsmeldungen des Täglichen Position Reports des WCC ein Tagesetmal von 193 sm. Wir lagen damit mit unseren 13 sm recht gut, bedenkt man, dass wir nur mit dem Anlasser beschäftigt waren!

Der Vergleich der Positionreports vom  04.12. mit einem Rückstand von uns von 7 sm auf die Aqualuna und dem Position Report  vom 05.12. mit einem Rückstand von 3 sm lässt dies nicht erkennen. Das liegt an dem Umstand, dass wir weiter etwas Süd machen. die US Grip, die wir nun alle 6 Stunden abladen, zeigen, dass sich in etwa unserer nördlichen Position die 20 kn Wind besser halten als nördlicher. das scheint auch die Aqualuna bemerkt zu haben, denn sie läuft auch weiter südlich, nur offensichtlich mit direkterem Kurs zum Ziel.

Die nächsten zwei Tage bis zum Ziel werden spannend, da die Vorhersage mehrfach wechselnde Winde von 15 kn zu 20 kn vorhersagt. da wird unser Gennaker ein ziemliches auf und ab erleben, denn ab 20 kn, das bedeutet Böen bis 25 kn dürfen wir ihn nicht mehr oben haben, brauchen wir aber auch nicht, wie die vergangenen zwei Tage gezeigt haben.

Tag 13

Es ist der Anlasser, und er arbeitet wieder!

Es hat uns keine Ruhe gelassen. 

Die Bluewater Mooney verlangte in den letzten 48 Stunden keinerlei Aufmerksamkeit. Windrichtung Konstant; Windgeschwindigkeit zwischen 20 und 28 Kn; Welle niedrig; Besegelung volles Groß auf Backbordbug, Genus 60% gerefft und ausgebaumt auf Steuerbordbug. Autopilot auf Track St Lucia Nordspitzt; Windeinfallswinkel 150 Grad scheinbarer Wind, also Raumschots und laufen lassen!  Das Reff der Genua  folgt der Länge des Spibaums, der durch seine "Kürze", es ist nun mal kein Passatbaum, die Größe der Genua limitiert - früher war es üblich auf Spinnaker und damit Spibäume zu verzichten, und statt dessen Passatbäume zu fahren, die die etwa 2 Meter länger sind. Davon gab es dann zwei, und eine zweite Genua, und beide Genuas wurden jeweils zu einer Seite ausgebaumt - sogenanntes Schmetterlingsegeln. Bei dieser "Platt-vorm-Laken-Segelei" kam es auch zu sehr hohen, jedoch zumindest in der Theorie nicht maximalen Geschwindigkeiten, weil laminare Windströmungen nicht erzeugt wurden (ist wieder ein Thema für sich). Wir fahren trotz Schmetterlingsbesegelung - Genua auf der anderen Seite nicht platt vom Laken, die kleine Genua erlaubt es, dass  wir auf einem Raumschotwindeinfall direkt zum Ziel laufen können.

Übrigens: es sind mir schon Yachten gleicher Größe unter klassischer Passatbesegelung davongelaufen. Also gut überlegen, ob man bei Blauwasserfahrt auf die sehr kursstabile Passatbesegelung verzichten möchte. Wir überlassen die Arbeit dem Autopiloten, bekommen die Nachteile ständiger Kurskorrekturen, wenn auch in kleinerem Maß nicht mit!

Doch weiter zu gestern.

Der erste Platz scheint wegen der Vorteile der Aqualuna nicht zu erreichen, wir bleiben natürlich dran, aber verhaltener als in den Tagen seit dem Start. 

Was uns aber keine Ruhe ließ, und das aus mehrfacher Sicht, war die Vorstellung, ohne Antrieb nach der Startlinie irgendwie weiter zu segeln und auf den Tag zu warten, um irgendetwas zu arrangieren.

Und - der Anlasser musste sowieso ausgebaut werden - dass ein neuer kommen muss, wenn vielleicht auch nur zur Fehlerdiagnostik war klar. Also warum dann nicht gleich jetzt ausbauen und nachschauen, der Ausbau mit Vorbereitung und Erholungspausen hat allein vier Stunden gedauert.

Der Maschinenraum einer Hallberg Rassy ist wirklich sehenswert und gehört bei einer Schiffsführung sehr schnell zu den stolzesten Momenten des Eigners - unauffällig werden die Gäste als erstes in Richtung Eignerkabine, mit einem Linkschwenk, ach hier ist übrigens der Maschinenraum geführt - Eintritt Pflicht!

Und dort präsentieren sich geräumig Hauptmaschine, Generator Warmwasserboiler, Watermaker, diverse Pumpen etc. andere Yachten "opfern" diesen Platz nicht, sondern pferchen die Aggregate unter den Niedergang und den Rest sonst wo hin, und haben statt dessen eine Doppelkabine. Da die Hallberg Rassy Yachten im Verhältnis zu anderen Yachttypen überproportional, die größeren auf Langfahrt befindlichen fast ausschließlich von Pärchen gesegelt werden, war die Entscheidung von Hallberg Rassy Gold richtig.

Es gibt praktisch nur ein Aggregat, welches man nicht vom Motorraum aus erreichen kann, und das ist der Anlasser! Dieser liegt unter Ölfiltern, Kühlkanälen etc. auf der Backbordseite der Maschine weit unten: ein Erreichen von oben auf dem Motor liegend ist nur mit den Fingerspitzen möglich.

Aber auch hier hat Hallberg Rassy vorgesorgt. Es gibt eine verschraubte Luke unterhalb der beiden Spülen in der Pantry, und von dort sieht man recht weit innen den Anlasser.

Also Tür,  Abwasserleitungen und Auskleidung des Stauraums unter  den Spülen ausbauen, und dann mit dem Oberkörper in die Enge - Martin hat den Job übernommen, er hat von uns die schmalsten Schultern, und das war sein Vorteil, denn zum Teil ist er ganz mit den Schultern, eine nach der anderen durchgeschlüpft.

Und dann hatten wir ihn in der Hand, sah gewartet aus, nachlackiert, sauber.

Also stimmte die Aussage von Volvo Gran Canaria zum Anlasser. Dieser schien tatsächlich bei einem Elektriker für Anlasser gewesen zu sein.
Nach dem Öffnen die Enttäuschung - keine sichtbaren Beeinträchtigungen. Alle Kohlen lagen auf dem Kollektor  auf, der Kollektor selber war sauber, keine Thermischen Verfärbungen, die sichtbaren Lötstellen des Motors waren ok. Also nur Schleifen mit 800 er Papier, Reinigen mit 95% Alkohol und zusammenbauen. Dann der Wiedereinbau, und nach weiteren 2 Stunden war alles wieder wie vorher.

Niemand glaubte an einer Erfolg, und das bedeutete, dass der Fehler nicht gefunden war, und darüber hinaus, eine weit schlimmere Fehlerursache vermutet werden musste.

Dann der Startversuch - alles klar mein Kommando aus dem Motorraum. Von der Steuersäule - ich drehe jetzt auf Zündung, alles normal, Anzeige kommt, ich drehe jetzt auf Start - 

TOT - keine Reaktion - Mist, weniger als vorher!?

Schockminuten der Ruf - es war noch der Ganghebel nach vorne, also fahrplanmäßig kein Start. Gang zurück in neutral - gleiche Kommandos wie beim ersten Versuch - und sofort sprang der Motor an! Es war bzw. ist der Anlasser!

Kleine Mutprobe, sprich Maschine aus, Pause und Neustart, auch jetzt , Motor sofort angesprungen. 15 min. lang warmes Wasser produziert. Dann aus!

 Und ein Manöverbier für alle - Martin nimmt Wasser.

St Lucia wir kommen!

Und jetzt wie es sich gehört, was ein Teil der Show der ARC ausmacht. Jede einzelne einlaufende Yacht wird rund um die Uhr von einem Empfangskomitee des WCC empfangen: Girlande, Obst, Flasche Rum und einen Rumpunsch am Steg. dazu ein Konzert aller schon anwesenden Schiffe, und auch da scheint sich zu jeder Tages bzw. Nachtzeit ein Crewmitglied in Reichweite des Bedienknopfes zu befinden, so dass das Konzert schon ein starkes Volumen hat. und es gibt Applaus von Seiten der Stege! Tolles Gänsehautgefühl - man ist da!

Und am besten ist, es, dass die im Laufe der Nächsten Tage einlaufenden Yachten ebenso begrüßt werden, die Begeisterung reißt nicht ab, im Gegenteil, die Spätankommer, zum Schluss weiß man wer noch unterwegs ist und wann mit der Ankunft zu rechnen ist, werden umso euphorischer ob der Leistung begrüßt. Toll!

Tag 11 und 12

Ich schreibe jetzt am 04.12. um 03:41:11 UTC, das ist, wenn ich richtig gerechnet habe
00:43 Ortszeit, heißt Zeit der aktuellen Position.

An Bord bei uns auf Langstreckentörns gehen alle Uhren an Bord nach UTC (Universal Time Coordinated), dass vereinfacht das Umrechnen nach Deutschland oder zum Zielpunkt, aber die Zeit dort interessiert in der Regel nur bei Ankunft. Da es ohnehin keinen echten Tag / Nacht Rhythmus mehr gibt, ist diese Regelung unproblematisch. Nur Mond und Sonnenaufgang verschieben sich auf so einer Fahrt schon dramatisch, aber dadurch bleibt das Gefühl, dass man doch eine ganze Strecke auf der Erdkugel zurücklegt.

Die Berechnung der Ortszeit hat Nicole uns gestern noch einmal geschickt, als wir durch Interpolation versuchten, diese zu ermitteln. Nicole wiederum, hat diese aus Joshua Slocums Reiseberichten mit dessen SY Spray aus den Jahren (1895-1898). Diese Berichte, haben schon so manchen Segler geprägt. Ich bin über Bernard Moitessier  auf Slocum gestoßen, der sein Schiff Joshua taufte, und in seinen Reiseberichten immer einmal wieder Bezug auf Slocum nahm. Da Moitessier auch für mich als fernwehbesessenen Jugendlichen eine Faszination ausstrahlte, habe ich meine erste kleine Segelyacht, ein 8,5m GFK Werftbau, die ich als Student gekauft und in Stavoren (NL) hatte, ebenfalls Joshua getauft.

So, und dieser Slocum schreibt nun, unter Hinzufügung, dass dies nun jedes Kind weiß:
Von dem Null Längengrad (UTC) sind für 15 Grad 1 Stunde und für 1 Grad 4 Minuten abzuziehen.
Zu beziehen unter anderem bei Kindel - also offensichtlich aktueller denn je, denn zu meiner Zeit musste ich mühsam recherchieren, und bekam dann ein Leihexemplar aus der Jugendbücherei der Abtei Weinheim - ja so war das damals ohne Internet.

Man merkt, dass es wenig von Bord zu berichten gibt - es läuft einfach (den Motor einmal hintenangestellt). Wir stoben im wahrsten Sinne unserem Ziel entgegen. Die angekündigten 25 kn Wind im Mittel sind da, das Schiff fährt unter vollem Großsegel auf Backbord und ausgebaumt, damit ca. 40% Genua auf Steuerbord mit leicht raumen Wind von Steuerbord auf direktem Kurs nach St Lucia. Nun sind SOG, also Geschwindigkeit über Grund (GPS Wert, der von der Geschwindigkeit durchs Wasser wegen vorhandener Strömungen abweicht) gleich mit der VMG (Velocity Made Good), also der Geschwindigkeit zum Ziel. Segelt man nicht auf direktem Kurs zum Ziel, so reduziert sich natürlich die Geschwindigkeit. Bei den Positionsreporten des WCC zur ARC wird letztere Geschwindigkeit und damit nicht (immer) die tatsächliche Geschwindigkeit über Grund angeben.

Seit gestern Abend verzichten wir auf weiteres "Pressing" durch noch größere Segelfläche, um das Schiff  ständig an der Rumpfgeschwindigkeit zu halten und darüber hinaus zu pressen, nachdem der Einsatz unseres Genackers anstelle der Gerefften Genua immer noch zu einem Verlust von ca. o,5 sm pro Stunde gegenüber der Aqualuna, berechnet über 12 Stunden, geführt hat. Dann kann man auch Material schonen, und die Fakten anerkennen.

So saust die Bluewater Mooney Gischt schäumend, bei einer durchlaufenden Welle gurgelnd, sich einmal schüttelnd, um dann wieder auf 9.5 kn zu beschleunigen durch die Nacht und das schon seit heute Morgen - Wahnsinn! Wir haben vorhin die Restdistanz von unter 800 sm erreicht, und dabei eine zurückgelegte Strecke von 2070 sm hinter uns. Wenn es so weiter geht, würden wir St Lucia am 07.12. und damit nach 15 Tagen und x Stunden erreichen - aber daran glaube ich noch nicht, denn diese Rauschefahrt kann nicht noch die nächsten drei Tage so weiter gehen - so viel Glück kann man nicht haben.

Hinter uns zuckeln noch etliche Teilnehmer der ARC mit zum Teil 600 sm Rückstand. Klingt gemütlich, doch gerade dieses Feld muss ab morgen mit Starkwind bis 8 Windstärken rechnen, hoffentlich sind diese Yachten darauf eingerichtet.

Und jetzt natürlich noch zum Motor.

Wir haben heute einige Tests gemacht und zig Telefonate geführt. Wir sind der Ansicht, dass es am Anlasser liegt. Diesen Verdacht hat uns übrigens auch, als wir noch in der Diagnose steckten, Jürgen Schrier per Mail geäußert, ein Clubkamerad der drei Jungs vom SVLF, Segelverein Lemkenhafen Fehmarn, dem ich an dieser Stelle danken möchte! Danken möchte ich auch Horst von Hörsten, Hallberg Rassy Deutschland, den wir immer anrufen können, und dies auch mit immer neuen kniffeligen Problemen in Anspruch nehmen. Allerding bekommt Herr von Hörsten auch immer eine Rückmeldung, wie das Problem letztlich gelöst werden konnte, so dass die Erfahrung weitergegeben werden kann. Mit unserer Vermutung haben wir uns dann an Ulrich Meixner gewandt, um mit ihm einen neuen Starter zu organisieren. Aber wie der Zufall es will, nach Übersendung der Part-Nummer mit Gerätezeichnung meint er, einen neuen Starter auf Lager zu haben - super!

An Bord führen wir übrigens etwa einen Meter Ordner mit Manuels in Papierform. Diese sind nur ein Bruchteil aller Manuels, die sich auf Ausrüstung beziehen. Diese haben wir sowohl auf unseren Rechnern an Bord, als auch abrufbar auf unserer Internetseite. Dabei werden alle recherchierten Manuels in allen verfügbaren Sprachen vorgehalten. Dank Bernd haben wir jetzt zum Beispiel alle Volvo Manuals neben deutsch und englisch jetzt auch in Spanisch, portugiesisch, französisch und noch einigen anderen mehr. So können wir uns sehr schnell mit Technikern austauschen, auch wenn wir deren Sprache nicht sprechen sollten. Mit Hilfe der Manuels auf der Internetseite konnten sich schon Techniker aufschalten und uns per Satellitentelefon Reparaturhinweise geben oder Teile besorgen, um diese bei der Ankunft bereits vorzuhalten. Sollten HR 54 Segler mitlesen, wir geben gerne eine Kopie davon weiter!

So, das wäre es für heute - es ist jetzt 05:04:19 Uhr, und ich gehe hoch zu Bernd, um ihm Gesellschaft zu leisten, Jürgen und Martin versuchen zu schlafen.

 

Zwischenstand am 03. Dezember, 16:00 Uhr UTC

Stand der Division Cruising D am 03.12.2015 um 16:00 UTC

Spoiler: Highlight to view

BoatNo,Status,Class,Time,Lat,Long,DTD,VMGRecent

48,At Sea,1D          03/12/2015 16:00:06,16° 40.1' N,046° 22.1' W,858.77,8.2
84,At Sea,1D          03/12/2015 16:00:05,15° 09.5' N,046° 05.1' W,866.6,7.4
188,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:36,20° 05.3' N,046° 18.6' W,914.09,7.4
85,At Sea,1D          03/12/2015 16:00:05,19° 01.5' N,045° 31.6' W,935.85,7.0
166,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:30,16° 29.1' N,044° 39.4' W,954.98,7.7
171,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:05,17° 08.0' N,044° 29.4' W,969.56,7.3
183,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:24,18° 04.9' N,044° 03.4' W,1003.73,7.2
149,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:05,17° 22.9' N,043° 46.6' W,1012.17,8.3
117,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:05,18° 48.5' N,043° 10.4' W,1062.07,7.4
47,At Sea,1D          03/12/2015 16:00:05,19° 28.0' N,043° 15.1' W,1067.12,7.3
131,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:06,16° 24.2' N,041° 37.4' W,1128.34,7.4
151,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:05,15° 28.6' N,041° 11.0' W,1150.76,7.4
103,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:05,17° 13.7' N,041° 05.8' W,1163.1,7.3
154,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:31,16° 44.5' N,040° 07.4' W,1215.87,6.9
119,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:06,19° 05.5' N,040° 21.4' W,1221.98,6.2
89,At Sea,1D          03/12/2015 16:00:05,16° 15.9' N,039° 57.0' W,1223.83,6.2
173,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:35,18° 10.2' N,040° 01.5' W,1231.16,7.6
153,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:06,17° 33.0' N,039° 55.5' W,1231.96,6.4
118,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:05,18° 21.1' N,039° 57.2' W,1236.88,7.2
159,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:06,18° 19.2' N,039° 40.9' W,1251.85,6.9
156,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:24,16° 53.2' N,035° 35.3' W,1476.34,6.4
128,At Sea,1D         03/12/2015 16:00:07,20° 39.9' N,032° 35.4' W,1669.85,7.6

Tag 10

Waren gestern sehr beschäftigt, daher der Bericht erst heute.

Fangen wir mit der Regatta an - wir sind nun "auf der geraden" Wind zwischen 18 und 30 Knoten, da haben wir keine Chance, über fünf Tage unseren Vorsprung zu halten - den Code 0 können wir ohnehin über 20 Knoten nicht einsetzen, darüber hinaus haben wir ihn vorgestern geborgen, da er Schwachstellen aufweist. Nun ist er bereits das vierte Mal auf dem Atlantik zu einer Überquerung unterwegs, da wird jedes Segel schwächer.

Aqualuna ist heute Nacht um 04:00 Uhr mit einem Vorsprung von 0,2 sm an uns vorbeigezogen, und dabei wird des bleiben, denn das Schiff ist nun einmal schneller als die HR 54 mit ihren 26 Tonnen zzgl. Zuladung. Gewonnen haben wir bisher nur über Taktik, und geradeaus segeln lässt nun einmal kaum Taktik zu.

Aber das wichtigste:

Wir nutzen die Hauptmaschine, unseren Volvo, um das Boilerwasser zu heizen - funktioniert über das Kühlwasser und ist wesentlich effektiver, als über Generator, Batterien, Inverter auf 220 Volt und dann heizen mit 220 Volt.

Bis vorgestern Nacht sprang der Volvo störungsfrei an. Vorgestern ist er dann aber das erste Mal nicht auf Anhieb angesprungen. Seit gestern - weigert er sich. Zunächst haben wir an eine Störung in der Gangschaltung (lässt Start nur zu, wenn der Ganghebel auf Neutral steht) oder Wackelkontakt im Zündschloss gedacht, doch Sichtprüfungen und soweit möglich Funktionstests haben keine erkennen lassen.

Tatsächlich macht der Motor Anstalten zu drehen, der Anlasser schafft aber keine Viertel Umdrehung. Zudem gab es Kühlwassermangel. Zusammen könnt das schlimmes bedeuten - Wasser im Motor. Aber es gibt auch andere Erklärungen und damit andere mögliche Ursachen.

Der Volvo bekam in Gran Canaria eine umfangreiche Inspektion einschließlich Ausbau und Prüfung der Injektoren, bei unsachgemäßem Rückbau könnte dadurch tatsächlich Kühlwasser in den Motor gelangen. Injektoren weisen bei der Sichtkontrolle keine Undichtigkeiten auf, diese stehen aber im Zusammenhang mit unsachlichem Einbau, der zum Eindringen von Kühlwasser führen kann.

Der Kühlwasserverlust kann auch im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Reinigung des Kühlwassersystems stehen, denn es können Luftblasen zurückbleiben, die dann durch Kühlwasser volllaufen wobei der Kühlwasserstand dann sinkt und da der Motor nach der Inspektion nur wenige Stunden gelaufen ist, können Luftblasen durchaus noch als möglich angenommen werden. Also evtl. kein Zusammenhang zwischen Kühlwasser und Startverweigerung.

Die gute Nachricht - der Motor dreht ohne besondere Kraftwiederstände, wenn wir mit einem Werkzeug an den Außen auf der Kurbelwelle angebrachten Keilriemenscheiben drehen - das spricht zum Glück gegen Wasser, also was dann?

Also vielleicht Starterbatterie? Macht keinen guten Eindruck - geht tatsächlich beim Startversuch etwas in die Knie.

Aber da gibt es noch den Emergency Notstartschalter, der die übrigen Batterien für einen Startversuch dazu schaltet, und auch mit dem keine Änderung - im Gegenteil das gesamte Bordnetz bricht kurzfristig bei einem Startversuch zusammen!?

Bei einer völlig "platten" Startbatterie denkbar - aber ob das hier ausreicht als Erklärung? Wir werden auf jeden Fall heute zwei 6 Volt Batterien ausbauen, und noch einmal einen Startversuch mit diesen Batterien versuchen, mal sehen was passiert.

Wir bereiten auf jeden Fall schon einmal eine Ankunft ohne Motor und ohne Anker - liegt abgebaut in einer Backskiste, die Kette, 100 Meter 12 mm Edelstahl, in der Bilge, also mal eben auf dem Wasser herausholen eher unwahrscheinlich, da brauchen wir noch ein paar helfende Hände, um das schadenfrei zu bewerkstelligen.

Also am besten Schlepphilfe mit zwei, besser drei Dingis (Schlauchbote mit Außenbordmotor). Das Problem ist nicht die Beschleunigung der Bluewater Mooney oder das manövrieren - dafür haben wir noch das Bugstrahlruder - nein problematisch wird das koordinierte abbremsen und Rückwärtsfahren in die Box. Da wird es darum gehen, dass wir eben mit maximal geringster Fahrt voraus fahren, und die Dingis Leinen ausbringen können, mit deren Hilfe das Schiff verholt, also gezogen werden kann - am besten vorne eine zum Fixieren, achtern eine zum verholen in die Box. Leinen zum Schleppen sind genug an Bord, und da wir ohnehin nur bei weitest gehender Windstille das Manöver durchführen sollten, können wir sogar Schoten nehmen. Aber zwischen ankommen an der Ziellinie und anlegen kann schon ein halber Tag vergehen, denn bei Dunkelheit unter Verzicht auf Helfer auf den Stegen werden wir nicht einlaufen.

Aber bis dahin vergehen noch ca. 5 Tage. Zeit für Fehlersuche und Planung - ach ja - im Hafen wird uns Uli Meixner helfen. Herr Meixner lebt seit Jahren auf St Lucia und hat dort sehr erfolgreich eine eigene Charterstation in der Marina unter dem Namen DSL - Yachting. Er ist Österreicher und da her ist die Kommunikation einfacher, und auch die Zuverlässigkeit gegenüber anderen in der Marina angesiedelten Betrieben.

Wir berichten weiter!

Zwischenstand am 02. Dezember, 08:00 Uhr UTC

Stand der Division Cruising D am 02.12.2015 um 08:00 UTC

Spoiler: Highlight to view

BoatNo,Status,Class,Time,Lat,Long,DTD,VMGRecent

 84,At Sea,1D          02/12/2015 08:00:06,16° 25.5' N,042° 04.7' W,1102.27,6.8
 48,At Sea,1D          02/12/2015 08:00:06,17° 24.7' N,042° 02.0' W,1111.21,7.5
188,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:06,21° 19.1' N,042° 33.7' W,1136.99,5.7
 85,At Sea,1D          02/12/2015 08:00:05,19° 55.8' N,041° 48.6' W,1153.01,7.0
171,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:24,17° 47.7' N,040° 50.9' W,1181.45,6.6
166,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:24,16° 41.7' N,040° 16.9' W,1206.62,7.4
183,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:05,18° 18.8' N,039° 55.7' W,1237.93,7.2
149,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:06,18° 07.9' N,039° 37.7' W,1253.26,6.7
 47,At Sea,1D          02/12/2015 08:00:06,20° 49.5' N,039° 45.0' W,1278.71,6.1
117,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:05,20° 25.6' N,039° 28.4' W,1287.9,6.4
131,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:00,16° 43.1' N,037° 44.9' W,1351.88,7.0
151,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:06,16° 12.4' N,037° 08.0' W,1385.81,7.5
103,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:05,18° 17.9' N,037° 12.7' W,1391.15,6.4
119,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:07,20° 36.9' N,037° 15.9' W,1411.32,5.6
  89,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:06,16° 44.7' N,036° 23.0' W,1430.31,6.3
153,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:06,19° 09.9' N,036° 36.4' W,1432.17,5.9
154,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:36,17° 14.4' N,036° 20.1' W,1434.91,6.6
118,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:06,19° 38.2' N,036° 09.6' W,1461.48,6.9
159,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:00,19° 19.2' N,035° 59.4' W,1468.12,5.5
173,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:00,18° 53.0' N,035° 55.0' W,1468.62,7.0
156,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:24,17° 09.0' N,032° 09.4' W,1673.75,6.4
128,At Sea,1D         02/12/2015 08:00:07,21° 41.8' N,029° 11.2' W,1867.52,4.3

Tag 9 (2)

Das Leben an Bord

Segeln auf einer Hallberg Rassy, auch bei einer Rallye über den Atlantik ist schon schön!

Von dem Komfort des täglichen Duschens, jetzt zunehmend zwei Mal am Tag, hatte ich schon berichtet. Tatsächlich sind die Temperaturen am Tag jetzt auf geschätzt 32 Grad gestiegen, in der Nacht sicherlich noch angenehme 22 Grad, also Nachtwache in leichter Kleidung!

Unser Thermometer in der Logge weißt übrigens eine Wassertemperatur von 26,5 Grad aus - kein Neid! Zum Baden haben wir keine Zeit.

Die Wachen sind nicht eingeteilt - kann man als mangelnde Seemannschaft abtun, kommt aber nach meiner Erfahrung bei gestandenen Seglern wesentlich besser zum Biorhythmus als starre Wachen. Wichtig ist, dass der, der sich in der Lage fühlt, schlafen zu können, dies auch am Tag umgehend macht, um ausreichend Ruhephasen zu haben. So gab es noch keinen Moment, in dem nicht zwei Crewmitglieder wache gehen konnten. Schlafen ist so eine Sache in einem Bett, dass auch auf einer Holperteststrecke stehen könnte. Den ersten Schlaf findet man erfahrungsgemäß nach 48 Stunden, dann geht es aber.

Unser Speiseplan ist super!

Jürgen ist unser Profikoch, der ab und zu von Bernd (Bratkartoffelpfanne oder Zucciniantipasti) und Martin (Obstsalat) und so das eine und andere zwischendurch abgelöst wird. Die Zutaten kommen aus drei Kühlschränken, davon einem Tiefkühlschrank, unser Obst lagert in einem von mir konstruierten "Obstnetz". Von unseren Fleischvorräten werde wir noch locker eine Woche in St Lucia leben können. T-Bone Steaks, Lammfilets, Kalbsfleisch alles vakuumiert und vom Fleischer tiefgefroren werden von Jürgen verfeinert - seine Beilagenzutaten köcheln manchmal zwei Stunden - aber wie gesagt - dann gibt es einen Gruß aus der Pantry vorneweg.

Obstnetz

Da ich eher ein Kochversager bin, werde ich morgen meine doch recht gute Spagettisoße kochen, im Übrigen fällt mir das Brotbacken, wir backen alle ein bis zwei Tage zwei Brote, zu. darüber hinaus übernehme ich den Abwasch, das kann ich gut! Also ist alles recht ausgeglichen.

Bereits zwei Mal hatten wir unter 260 qm Spinnaker unseren Videoabend, der Autopilot übernahm die Arbeit.

Bernd ist von der Exakten Arbeit des Raymarine Autopiloten ganz begeistert - liebe Frau Reinitz, die nächste Investition für ihre Trulla steht bevor! oder vielleicht ein Weihnachtsgeschenk?

Seit Tagen sehen wir keine anderen Schiffe mehr, aber unser SeaMe, ein Radarwarngerät, welches anschlägt, wenn es andere Radarsignale empfängt, unsere Warnzone des AIS und bei Bedarf unser eigenes Radar reichen zum 100%igen Schutz vor anderer Schifffahrt - aber es ist traumhafter abnehmender Mond, und wir können bis zum Horizont über das gleißende Wasser schauen! Atlantiksegeln ist wirklich abwechslungsreich und mental entspannend! Nachahmung empfohlen! Bis jetzt war es jedes Mal so, das bei der ersten Sicht von St. Lucia bei allen Mitseglern Enttäuschung über das nahe Ende aufkam.

Tag 9

Wir sind sehr zufrieden! In den letzten 4 Stunden haben wir uns wieder an die Spitze gesetzt.

Aber seit heute gelten auch neue Bedingungen.

Alle direkten Konkurrenten, vorne weg Porfavor und Aqualuna können, wie wir, mehr oder weniger direkten Kurs auf St. Lucia nehmen. Für uns bedeutet dies zurzeit leicht vor dem Wind (18 - 22 Knoten) kreuzen. Wir laufen unter leicht gerefftem Groß um dem Gennaker, unserem Vorsegel, möglichst optimale Bedingungen zu geben.

Der 08:00 Uhr Report wird vermutlich von Herrn Nießen, meinem Mitarbeiter in Krefeld, zuständig für EDV Administration, eingestellt worden sein. An dieser Stelle: Nochmals offiziell Danke Herr Niessen, für die Rund um Betreuung bis in die späte Nacht und an den Wochenenden!

Porfavor liegt 270 sm (464 km) nördlich von uns, aber nur 10 sm hinter uns auf dem jeweiligen direkten Weg nach St. Lucia. Dabei entwickeln sich die Windvorhersagen für beide Seegebiete gleich, heißt, heute 15 - 20 kn, ab Donnerstag 20 - 24 kn konstant bleibend bis Samstag. Allenfalls im Moment könnte es noch sein, dass Porfavor etwas weniger Wind hat als wir.

Aqualuna liegt mit 22 sm hinter uns, etwa auf gleicher Höhe, also unter gleichen Windbedingungen. Um 18:00 Uhr wird es eine erste interessante Zwischenzeit geben, wenn der nächste Position-Report veröffentlicht wird. Und da machen wir uns keine Illusionen, die Porfavor, eine Dufour 40 E Performance hat Gleiteigenschaften (schwere Schiffe haben eine limitierte Rumpfgeschwindigkeit, leichtere auch Kielyachten können dies durch Gleitfahrt überwinden), wir mit unseren 26 Tonnen plus X müssen uns schon quälen, um die Rumpfgeschwindigkeit zu überwinden, da bedarf es schon einer ganz schön großen Welle, die man am vorderen Kamm herabrutschen kann!

Aber auf der anderen Seite, die noch zu bewältigen 7 Tage stellen eine Vielfalt von Anforderungen an die Crew, und da kann man Vorteile herausarbeiten, die außerhalb der Performance der Schiffe liegen.

Gewertet wird in der Ziellinie Rodney Bay St Lucia.

Zwischenstand am 01. Dezember, 08 Uhr UTC:

Stand der Division Cruising D am 01.12.2015 um 08:00 UTC

Tag 8

Puh - so schnell kann sich alles ändern!

im folgenden zwei Screenshots von USgrib, und zwar die Vorhersage für den 03. Dezember 15:00 Uhr bzw. 21:00 Uhr, einmal vom 29.11. und einmal vom 30. 11.

Vorhersage USgrib vom 29. November für den 3. Dezember Vorhersage USgrib vom 29. November für den 3. Dezember

Die Vorhersage vom 29.11. war noch identisch mit den Vortagen, die Vorhersage war stabil.

Sie zeigt unterschiedliche Winde im Mittelfeld, aber keine dem Süden gegenüber vorteilhafteren Winde.

Die von soeben, 30.11. unterscheidet sich wesentlich, und gibt für das gesamte Mittelfeld Winde um 20 Knoten, also deutlich höher als bisher vorausgesagt, aus!

Also alle Taktik erledigt - der bessere Weg wäre schlicht der direkte Weg gewesen.

Damit ist die Porfavor die favorisierte Yacht - Gut gemacht!!

Wir müssen sehen, dass wir unseren Leichtwindspi nicht auch noch überlasten, denn  der Code 0 darf bei 20 Knoten eigentlich nicht mehr eingesetzt werden. Auch im Süden kommen die 20 Knoten, aber nicht für uns unter Spi, und der Parasailor ist defekt

Aber zum Trost - wir behalten bis zum Ziel - so die Vorhersage, guten Wind!

So ist Segeln eben...

Zwischenstand am 30. November, 12 Uhr UTC:

Stand der Division Cruising D am 30.11.2015 um 12:00 UTC

Tag 7 (2)

Die Taktik geht auf! wir erreichen morgen Nacht den neu abgesteckten Punkt im Süden. Von dort werden wir mehr oder weniger rein West laufen, um direkt St Lucia anzuliegen.

Der Wind begleite uns auch an diesem Tag wie von den US Grib vorhergesagt. Ein kleineres Flautefeld, aber im Übrigen ausreichende Winde um zu segeln. Unser Code 0 Spinnaker zieht super:

Bluewater Mooney ARC 2010 kurz vor dem Zieleinlauf in St Lucia unter Groß und Code 0 © 2010 Tim Wright

Unser Code 0 ist ein 260 qm Leichtwindspinnacker. Das Tuch ist aus Gewichtsgründen nicht bedruckt. Gefahren wird er mit extra leichten Schoten, und kann mit Windgeschwindigkeiten bis zu max. 18 Knoten gesetzt bzw.  stehen gelassen werden. Und, was dieses Jahr besonders wichtig ist, er steht bereits ab 10 Knoten und bringt die Bluewater Mooney bei 12 kn Wind auf  6-7 Knoten fahrt, bei dreizehn bis 14 Knoten Wind und ruhigem Waser auf 8-9 Knoten, und genau dieses Wetter haben wir nun vorgefunden.

Super!

Und wenn die Vorhersage nach US Grib stimmt, werden wir diese Bedingungen mit beständigem Passat ab morgen Abend bis ein zwei Tage vor St Lucia behalten.

Dann rechnen wir aber mit winden aus OSO, und wenn alles gut geht in gleicher Stärke - könnten aber auch unter 10 kn liegen, aber das werden wir ab morgen nahezu Zuverlässig in den 7-Tages Vorhersagen sehen - und dann kommt die abschließende Routenentscheidung für das letzte Teilstück.

ich gehe davon aus, dass wir jetzt auf die Aqualuna aufschließen konnten, denn diese fährt seit gestern einen noch verschärfteren Südkurs. das muss Sie auch, um das Schwachwindfeld in ihrem Westen zu meiden, wenn Sie es nicht schon streift. Dadurch entspricht die zurückgelegte Strecke der Aqualuna nicht mehr der Annäherung an St Lucia, und Sie vollzieht nach, was wir ein paar Tage vorher vollzogen haben. und damit verringern wir überproportional den "Rückstand".

Ich gehe davon aus, dass die Aqualuna morgen Mittag noch maximal 35 nm vor uns liegt, aber noch ein Stück weiter im Norden, und auch dieses Stück muss Sie nach Süd gutmachen.

Und dann kommen ein paar Tage Race im Passat, vielleicht sogar mit Annäherungen auf Sichtweite - wäre toll!

Die Taktik der Porfavor ist demgegenüber weniger klar zu erkennen. Sie liegt gemessen an der Direkten Verbindung nach St Lucia auch vor uns, jedoch noch immer unverändert nördlich. Sie fährt fast direkten Kurs, die letzten zwei Tage sogar etwas mehr Nord!? Mal sehen, vielleicht fällt denen ja etwas Besseres als uns ein. Wenn Sie unsere Taktik nachvollziehen sollte, um Leichtwindfelder vor sich zu meiden, dann liegt sie final deutlich hinter uns, denn dann muss Sie für 48 bis 60 Stunden den direkten Kurs nach St Lucia verlassen. Der Rest unserer Division dürfte, vorausgesetzt unser Code 0 hält, zu halten sein. Zwar sind die Shiva, eine  XC-45 (sehr schnell) , Lady Annabell, eine Amel Super Marabu 2000 (schnell) und Tantrum, eine Jeanneau Sun Odyssey  schon südlicher vor uns angekommen, doch  mit komfortablen Abstand von 200 nm hinter uns. aber man darf nie nie sagen - spannend bleibt es auf jeden Fall!

Tag 6 und 7

An Bord alles Routine. Die Wetter-, besser Windvorhersagen sind leider sehr widersprüchlich. Ich benutze Wetter Pro, welches die Windanalysen von drei Anbietern und deren Prognosen und Windmodelle darstellt. Alle sehr widersprüchlich, doch wird nach wie vor eine Route mit Nordkomponente von allen vier Anbietern favorisiert.

Daneben lade ich US Grib. Dort gibt es ein Windmodell, und die Windprognosen dort sehen anders aus.

Zumindest entwickelt sich nördlich von 18° Nord ein Schwachwindfeld über die nächsten fünf Tage. Also haben wir den Kurs nach Süd abgesetzt, und zwar schon deutlicher Süd als Direktkurs. Damit werden wir gegenüber den direkt laufenden Yachten weiter zurückfallen, sofern diese nicht zu früh in die Schwachwindfelder fahren, aber ab morgen Mittag 01.12. werden wir dann weitestgehend stetige Winde aus Ost antreffen - so die Vorhersage, auf die wir die Planung aufbauen.

Dann sind immer noch ca., 1.500 nm vor uns, die Hälfte der Regatta, und dann entscheidet sich, wer die beste Ausgangssituation hat, denn irgendwann laufen alle wieder zusammen, es dürfte von den Cruisern kaum einer von Norden aus das Ziel ansteuern, dafür sind die Langzeitprognosen für die Zeit ab dem 05.12. zu schlecht - Nord also in erster Linie für die Racer unter den Cruisern!

Der Zwischenstand nach 7 Tagen:

Stand der Division Cruising D am 29.11.2015 um 08:00 UTC

Spoiler: Highlight to view

BoatNo,Status,Class,Time,Lat,Long,DTD,VMGRecent

 48,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:00,21° 50.6' N,035° 27.9' W,1525.9,5.9
188,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:06,23° 32.8' N,035° 26.6' W,1553.67,6.3
 84,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:05,19° 60.0' N,033° 57.0' W,1588.15,5.1
 85,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:05,21° 38.2' N,033° 43.8' W,1617.53,6.5
171,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:06,23° 13.9' N,034° 03.5' W,1621.88,6.6
166,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:00,20° 48.2' N,032° 59.4' W,1649.06,5.5
149,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:00,21° 55.8' N,033° 09.5' W,1652.31,6.0
 47,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:05,24° 12.1' N,033° 46.1' W,1653,6.4
183,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:05,21° 16.1' N,032° 59.6' W,1653.68,4.5
117,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:05,23° 50.6' N,033° 37.4' W,1654.64,6.3
131,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:00,20° 44.2' N,031° 35.7' W,1725.76,4.9
119,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:06,24° 39.9' N,032° 31.3' W,1726.22,6.1
103,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:05,21° 09.2' N,030° 47.8' W,1773.7,5.2
159,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:00,22° 08.9' N,030° 31.4' W,1798.63,4.3
118,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:00,21° 26.3' N,030° 13.3' W,1808.13,3.0
151,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:00,19° 12.7' N,029° 54.5' W,1809.47,2.8
154,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:06,19° 49.1' N,029° 56.0' W,1811.51,3.8
153,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:06,21° 00.9' N,029° 53.0' W,1823.05,6.0
173,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:05,21° 52.3' N,029° 39.0' W,1843.71,1.6
 89,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:05,19° 12.2' N,028° 59.3' W,1861.38,4.9
156,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:00,20° 40.1' N,027° 36.5' W,1947.08,2.2
128,At Sea,1D   29/11/2015 08:00:06,25° 41.9' N,024° 16.4' W,2175.77,3.9

 

Das 4. Mitglied der Crew:

Dr. Martin Rafalczyk

Dr. Martin Rafalczyk

  • Geboren Mai 1968 in HH, Single
  • mit 5 Jahren begonnen, Optimist erstes eigenes Boot, mit den Eltern am WE und Urlaub Dickschiff gesegelt, Laser, dann 5 Jahre intensiv Windsurfer gewesen
  • aus Frust bei Windmangel auf elterliches Dickschiff gewechselt und jedes WE dort mitgesegelt, auch mal auf anderen Booten angeheuert und diese schnell gemacht auch als Steuermann
  • Vereinsregatten und Regatten im Revier um Fehmarn gesegelt, mit dem vergrößern des Bootes der Eltern auch erste eigene Segel für dieses Boot gekauft, Gewichtssoptimierung unter Protest der Mutter!
  • Erste Nachtregatta 2002, in diesem Jahr auch Rund Bornholm das erste Mal, nach Spinnakerverlust dort, von da an immer mit zwei Spinnakern angetreten
  • seitdem Rund Bornholm 5 x Grupoensieger gewesen, 2x Sieger nach berechneter Zeit über alle Gruppen= Kyriapokal
  • Größter Erfolg dort 2005: Gruppensieg, Sieg nach berechneter Zeit und Sieg über alles nach gesegelter Zeit mit unserem 36 Fuss Boot, bei Kiel- Kopenhagen nie in die Gewinnerränge gekommen und nur Bruch und Materialverluste erlitten
  • 2010 mit den Eltern Eignergemeinschaft gegründet und auf 42 Fuß Boot gewechselt, größtes Problem bei Wettfahrten die nötige Crew am Wettfahrttag zusammen zu bekommen.
  • Besteht daher aus "Willigen" aus dem Verein und segelkundigen Freunden, damit ergibt sich, dass Kurzstrecken nicht gesegelt werden, da nötige Manöver nicht eingespielt sind.
  • Letzte Regatta mit dem eigenen Boot: Flautenregatta Rund Fehmarn 3. Platz von 20 Gruppenteilnehmern
  • 17. September eigenes Boot aus dem Wasser genommen
  • Ende September Anruf erhalten an der ARC teilzunehmen!

Tag 5

Von Donnerstag auf Freitag hatten wir zwischen Flaute und 10 kn Windhauch - zu wenig für uns, um in Bewegung zu kommen. Bei etlichen sicher die Nacht der Motoren - auf der ARC ist das Motoren erlaubt, doch sind im Ziel die Motorstunden und Zeiten, wann motort wurde anzugeben. das gibt dann Zeitaufschläge zwischen 100% und 200% der Motorstunden zur gesegelten Zeit. Wir wollen uns die Verdoppelung sparen, die bei Flaute sicher zu erwarten ist, allerdings sind viele Teilnehmer im Ziel sehr vergesslich - etliche kommen mit null Motorstunden an, obwohl das Mitplotten der Strecke, klar exzessives Motoren erkennen lässt - na ja Fun-Regatta.

Jetzt, Freitagmorgen, wieder etwas Wind und wir laufen mit 7,4 Knoten unter Leichtwindspi. Der Verlust des Parasail und der Umstand, dass wir nur noch einen Leichtwindspi fahren können ist auch der Grund, warum wir nicht die jetzt doch windreichere nördlichere Route genommen haben, der dort weitere Weg hätte sich ohne Spi nicht gelohnt.

Mal sehen, gut stehen unsere Chancen nicht mehr - aber wir kämpfen, heißt stellen ununterbrochen die Segel auf die drehenden Winde ein.

Wie versprochen, heute die Nächste Vorstellung eines Crewmitglieds. Jürgen Pauleweit stellt sich mit seiner Segellaufbahn wie folgt vor:

Jürgen Pauleweit

Jürgen Pauleweit

Geboren 1950, hat mich im zarten Alter von 64 der Blauwasser Virus gepackt. Einer ersten Atlantik Überquerung mit der ARC 2014 auf der Peter von Seestermühe folgt jetzt, ein Jahr später, eine weitere Atlantik Überquerung mit der 30th ARC auf der BLUEWATER MOONEY, einer HR 54 - beides, jedes für sich tolle Boote.

Von 1979 bis 1992 war ich in der Luft, mit Drachen, Gleitschirm und Ultra Light. Aufgehört Flugbuch zu schreiben hatte ich bei 1.000 Thermik Stunden mit dem Drachen höher als 1.500 Meter über Grund ... meistens in Osttirol und dem Mittelgebirge.

Seit 1992 bin ich auf dem Wasser, zunächst auf gecharterten Booten, später auf einer selbstgebauten, seegängigen 44 Fuß Alu Sloop.

Meine Segelreviere sind Ostsee, England, ein wenig Mittelmeer und jetzt der Atlantik.

Den Hunger nach ursprünglichem Segeln erfülle ich mir allerdings mit einem 22er Schärenkreuzer vor der Küste Fehmarns.

Um den Geist als mittlerweile Rentner weiterhin rüstig zu halten, bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich für den SVLF e.V. (www.svlf.de), einer Marina im Inselwesten Fehmarns tätig.

Mein Lebensmotto: Alles hat seine Zeit.

Der Zwischenstand nach 5 Tagen

Stand der Division Cruising D am 27.11.2015 um 12:00 UTC

Spoiler: Highlight to view

BoatNo,Status,Class,Time,Lat,Long,DTD,VMGRecent

  48,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,23° 34.1' N,030° 39.5' W,1808.51,7.1
 84,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:06,21° 46.5' N,029° 44.1' W,1838.07,5.1
188,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,24° 57.9' N,030° 20.3' W,1845.59,6.2
166,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:05,23° 04.9' N,029° 16.3' W,1877.21,6.1
 85,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:06,22° 30.6' N,028° 56.2' W,1889.18,5.7
183,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,23° 35.8' N,028° 46.4' W,1910.17,5.4
149,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,22° 47.9' N,028° 34.3' W,1912.09,4.3
 47,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,25° 21.0' N,029° 09.5' W,1913.43,6.4
171,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:05,23° 45.4' N,028° 43.9' W,1914.33,6.5
173,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:05,22° 35.8' N,028° 07.5' W,1934.36,4.1
151,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,22° 58.0' N,028° 10.5' W,1935.43,4.7
131,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,21° 04.6' N,027° 52.1' W,1935.48,5.5
117,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,24° 55.0' N,028° 33.3' W,1938.92,5.9
119,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,25° 24.5' N,027° 49.4' W,1984.45,5.1
103,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:05,23° 18.3' N,027° 11.7' W,1992.28,3.9
154,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:24,22° 27.8' N,026° 59.5' W,1995.1,3.8
118,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,22° 00.6' N,026° 52.7' W,1997.51,4.9
159,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,22° 48.5' N,026° 35.5' W,2020.18,5.1
153,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:07,22° 25.5' N,025° 57.0' W,2051.99,3.1
156,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:06,23° 54.0' N,026° 11.8' W,2052.54,5.7
 89,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:00,20° 49.2' N,025° 38.8' W,2057.52,4.5
128,At Sea,1D   27/11/2015 12:00:06,25° 58.2' N,020° 10.4' W,2396.5,5.6

Tag 4

Alles ok - Routine stellt sich ein, die Phase des Einlebens ist vorbei. Nur beim Schlafen fehlt noch die Gewöhnung an den Seegang, der die Kojen zur Achterbahngondel werden lässt.

Ein paar Daten zu unserem Schiff:

Die Hallberg Rassy 54 ist ein solider, damit auch schwerer Fahrtensegler für Langfahrten. mit 26 Tonnen ist sie fast doppelt so schwer wie die meisten gleich großen Schiffe aus unserer Division. Gewicht bedeutet unter anderem Festigkeit bei Schwerwetter, aber auch Geschwindigkeitsverlust.

Wir hätten die Möglichkeit, hier etwas zu taktieren, indem wir die Tanks nur halb voll fahren - das wäre immer noch die durchschnittliche Kapazität der ARC Schiffe, aber das geht nicht nur auf den Komfort. Die Duffy, allerdings ein leichtes 10 Meter langes Schiff, hat in der Nacht, in der wir den Schaden am Spinnaker hatten, den Mast gebrochen! Dann werden Diesel und Wasser knapp. Also Tanks bei der Abfahrt immer voll, das heißt bei uns, 900 Liter Diesel und 1.000 Liter Wasser. Zusätzlich haben wir den Flüssigkeitsbedarf für jeden in Form von Sprudelwasser und das für 20 Tage an Bord.

Wasser dient damit überwiegend zum Kochen und zum Duschen - und darauf möchte man, wenn die Möglichkeit besteht, nicht verzichten. Und bei vier Männern reicht dann ein Wasservorrat von 1.000 Litern maximal 4 Tage - aber wir haben einen Watermaker, der pro Stunde 160 Liter Süßwasser aus Salzwasser produziert - Verschwendung pur aber toll!

Und da waren wir schon enttäuscht, als gestern der Watermaker nicht mehr wollte. nach einer Stunde Fehlersuche war klar, dass die Elektropumpe vor der Highpressure Pumpe die Ursache war, und als wir denn Deckel der Steuerungseinheit öffneten, war auch die Ursache klar - ein Kondensator war geplatzt - und dann ist man doch froh, wenn die Hälfte der Stauräume mit Ersatzteilen belegt sind. Zwei Kondensatoren des Generators ergebe die Kapazität des defekten, und dann lief er wieder.

Der defekte Kondensator Die beiden Ersatz-Kondensatoren

Der Zwischenstand nach 4 Tagen:

Spoiler: Highlight to view

BoatNo,Status,Class,Time,Lat,Long,DTD,VMGRecent

 84,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:06,22° 53.0' N,027° 27.0' W,1974.12,7.4
 48,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:00,23° 59.0' N,027° 37.5' W,1976.53,7.5
188,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,26° 15.4' N,027° 48.7' W,1997.58,7.6
166,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,23° 33.9' N,027° 04.6' W,2001.4,7.2
 85,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,23° 34.8' N,026° 36.7' W,2026.73,6.2
149,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,23° 09.5' N,026° 24.1' W,2033.88,7.3
183,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:06,25° 09.7' N,026° 38.2' W,2043.88,7.3
173,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:37,23° 26.7' N,026° 09.6' W,2049.85,7.2
 47,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,25° 36.1' N,026° 36.0' W,2051.6,6.6
151,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:00,24° 11.7' N,026° 15.6' W,2052.36,7.0
171,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,23° 47.4' N,025° 52.0' W,2069.22,6.8
131,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:00,21° 53.6' N,025° 25.6' W,2076.7,7.7
117,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,25° 35.1' N,026° 01.6' W,2081.6,6.2
103,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:06,23° 33.1' N,025° 19.2' W,2096.46,6.8
154,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:24,23° 54.6' N,025° 20.9' W,2098.5,6.3
119,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:06,25° 51.4' N,025° 34.8' W,2108.75,6.4
118,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,22° 50.6' N,024° 44.3' W,2121.9,6.5
153,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:06,23° 59.4' N,024° 36.9' W,2138.93,5.7
159,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:05,22° 46.6' N,024° 14.5' W,2148.59,6.8
 89,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:23,22° 11.6' N,023° 45.4' W,2171.07,5.2
156,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:06,23° 56.2' N,023° 44.2' W,2185.96,5.3
128,At Sea,1D 26/11/2015 12:00:06,25° 51.2' N,017° 39.0' W,2530.2,5.2

<br />
Stand der Division Cruising D am 26.11.2015 um 12:00 UTC

Ich möchte immer mal wieder die Crewmitglieder vorstellen. Ich beginne mit Bernd, der vermutlich von uns allen die meisten Meilen auf dem Buckel hat. Bernd beschreibt seine Segelvita wie folgt:

Bernd Reinitz

Bernd Reinitz

  • geb. 6.  Mai 1948
  • Erste Kontakte zum Segeln bei den Seepfadfindern Blankenese danach ausgiebig Wasserwandern mit Jollen und Kanu.
  • Erstes eigenes Kielboot mit 28.
  • Danach Neptun 22 für die Elbe.
  • 2 Jahre später Eigenbau Spirit 28,
  • 8 Jahre danach Eigenbau OE32 , ein klassischer Langkieler.
  • Ab 97 Aphrodite37 Centercockpit-Sloop aus Schweden.
  • Viele Reisen nach Norwegen seit 10 Jahren immer den gesamten Sommer auf der Ostsee.
  • Segelreisen in der Karibik, Thailand.
  • Regattaerfahrung, Überführungen von Segelbooten und Motoryachten.

......immer noch hungrig aufs Segeln.

 


Zwischenstand nach 3 Tagen und 4 Stunden:

Bluewater Mooney: Boat No. 84

Spoiler: Highlight to view
BoatNo,Status,Class,Time,Lat,Long,DTD,VMGRecent

 84,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:06,24° 10.1' N,024° 57.7' W,2122.01,6.6
 48,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,24° 23.0' N,024° 52.4' W,2129.04,8.4

166,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:09,24° 58.2' N,024° 41.8' W,2144.83,7.2
 85,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,24° 30.6' N,024° 28.9' W,2151.36,7.7
188,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:24,26° 20.2' N,024° 53.1' W,2151.57,7.7
149,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:06,24° 05.2' N,023° 51.8' W,2180.48,7.9
 47,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,25° 15.7' N,023° 58.9' W,2186.25,5.6
183,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,25° 20.2' N,023° 56.5' W,2189.19,7.2
173,At Sea,1D 25/11/2015 16:01:06,24° 20.5' N,023° 39.8' W,2193.76,6.8
151,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,25° 09.8' N,023° 48.4' W,2194.49,5.8
117,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,25° 45.3' N,023° 46.8' W,2202.64,6.6
171,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,23° 02.6' N,023° 11.0' W,2208.6,7.0
154,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:23,24° 08.1' N,022° 59.6' W,2228.07,6.6
103,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,24° 14.8' N,022° 58.4' W,2230.17,6.5
131,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:00,22° 38.2' N,022° 43.6' W,2230.75,7.4
119,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:06,25° 47.7' N,023° 11.3' W,2234.49,6.0
118,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,23° 54.4' N,022° 30.5' W,2252.35,6.9
153,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:37,24° 54.5' N,022° 37.2' W,2255.46,5.7
 89,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,23° 31.4' N,021° 58.2' W,2278.58,5.2
159,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,22° 44.9' N,021° 44.1' W,2286.1,5.8
156,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:05,24° 44.3' N,021° 56.2' W,2290.54,5.5
128,At Sea,1D 25/11/2015 16:00:06,27° 13.9' N,015° 57.0' W,2631.95,1.4

Stand der Division Cruising D am 25.11.2015 um 16:00 UTC

47    Thindra
48    Aqualuna
84    Bluewater Mooney
85    Qing
89    Lady Annabelle
103    Lydja
117    Sandvita
118    Skiathos
119    Sunrise
128    4 Ocean‘s Dream
131    Santa Cruz
149    Toothless
151    Shiva
153    Tamango
154    Tantrum
156    Lumiere
159    Friskus VI
166    Tamara
171    Jua Kali
173    Loupan
183    Fryd
188    Porfavor

 


Tag 3 auf See

Wind nach wie vor stark. Es gibt hinsichtlich der zu erwartenden Windrichtungen keine richtige Taktik - alle Seegebiete bis St. Lucia haben ähnliche Vorhersagen, also keine besonders begünstigte Route im Norden oder Süden.

Also Kurs direkt St. Lucia mit möglichst viel Speed - und da kommt der Wind mit 25 Knoten im Durchschnitt gerade recht. Wir entscheiden uns, den Spi auch in dieser Nacht stehen zu lassen. Wir haben Vollmond und Radar, welches uns zur Vorwarnung vor den Squalls dient.

Noch vor der Dämmerung wird das Parasail geborgen, um die Falle - wir fahren zur Sicherheit zwei Falle (Seile die das Segel zur Spitze des Mastes ziehen) und Schoten auf Beschädigung zu kontrollieren - ein Dyneema-Schäkel muss ausgetauscht werden, ansonsten sieht alles trotz der zurückliegenden 30 Stunden, in denen das Segel bei 20 bis 25 Knoten oben war, sehr gut aus.

Doch gegen 03:00 Uhr haben wir Pech, eine Böe mit 33 Knoten und eine kreuzende Welle lassen das Schiff aus dem Ruder laufen - das Parasail fällt ein und fängt stark an zu schlagen und reißt! Das Bergen verursacht keine Probleme, doch mit Bordmitteln ist eine Reparatur nicht möglich.

Damit werden wir, wenn wir nicht Winde erreichen, in denen wir unseren Leichtwindspinnacker setzen können, unsere bisherige Geschwindigkeit, und damit den 1. Platz in unser Division nicht halten können. Na ja, mal sehen, ob wir noch eine gute Position halten können, aber die Karten sind eher schlecht.

 


Tag 2 auf See

Der Tag zwei endet mit einem verpassten neuen Rekord für die Bluewater Mooney!

Um 48 Sekunden haben wir die Marke von 400 nm in 48 Stunden verpasst - na ja- irgendwann wird alles passen!

399 NM nach 24 Stunden und 4 Sekunden 400 NM nach 24 Stunden und 48 Sekunden

Im Übrigen alles sehr wechselhaft. Die Nacht war mit 20 bis 28 kn recht windig, trotzdem steht der Spinnaker seit gestern Nachmittag ununterbrochen. Ein paar Squalls (kräftige Regenschauer mit Böen bis 35 kn) haben uns verschont oder wir konnten ausweichen.

Zudem war die Nacht lausig kalt - na ja, wenn eines sicher ist dann die steigenden Temperaturen.

Tag 1 auf See

Nach gelungenem Start unter Genua und ungerefftem Groß mit Raumschots gen Süden.

Es ist für mich ein Novum, dass bei einem Start der ARC trotz günstiger Windrichtungen nur weiße Segel gesetzt sind, nicht einmal die Racer hatten einen Spi oben!

Verantwortlich war der zunehmende Starkwind, dem einige Yachten bereits beim Start durch Reffs (Verkleinern des Großsegels) und kleinere Vorsegel Rechnung trugen.

Wir konnten bis zum späten Nachmittag mit Genua und ausgerefftem Groß fahren - Ergebnis nach vier Stunden 40 sm!

Zum späten Nachmittag frischte der Wind immer weiter auf, so dass auch wir das Groß refften, in den Spitzen hatten wir Böen mit 47 Knoten, Windstärke 9!

Jetzt ist es der 23.11., 10:00 Uhr, der Wind hat abgeschwächt auf 20 bis 25 Knoten, in Böen 30, noch etwas zu viel für den Spi  - den brauchen wir noch in den nächsten 16 Tagen.

Aber wir haben bis jetzt 182 sm (Seemeilen) zurückgelegt! und noch 3 Stunden bis zum ersten Tagesetmal, also die ersten 24 Stunden nach dem Start. die harte Marke von 200 sm dürfte bereits am ersten Tag übersprungen werden - super!

 


Starttag, Sonntag 22. November 2015

Es ist immer wieder das gleiche! Man kann sich noch so viel Vorlaufzeit nehmen, fertig wird man erst am letzten Tag - und so war es auch dieses mal wieder.

Doch da die Bluewater Mooney seit Ihrer Rückkehr aus der Karibik über Bermudas, Azoren seit September in Gran Canaria lag, waren die wesentlichen Vorbereitungen für die nächsten Monate, wie große Inspektion des Volvo Diesels, des Mastervolt Generators sowie komplette Durchsicht der Segel ausreichend vor Beginn des ARC-Chaos Anfang November beendet oder zumindest eingeleitet. Auch das Unterwasserschiff wurde mit möglichst wenig Abstand zum Start gereinigt und mit Anti Fouling gestrichen

Doch es kommen immer noch einige Überraschungen, wie drei defekte Instrumente zwei Tage vor dem Start, die für Aufregung sorgen.

Aber alles ist am Starttag vergessen, da bestimmt das Adrenalin die Stimmung.

Morgens um sieben raus, ab zu einem der geschlossenen Restaurants, die aber ihr WLAN offen lassen, um das aktuelle Wetter mit den Wind und Wetterkarten herunter zu laden. Um 08:00 Uhr zurück zu Schiff, Crew Abschlussbesprechung, noch einmal zu Rolnautic ( mein spanisches Pendant zu Lenz Regaport, Eingeweihte wissen wovon ich rede, um die erst verspätet fertiggestellten neuen Augspleiße an unseren Dyneema Spinnackerschoten abzuholen. Ablegen um 11:00 Uhr, auslaufen unter dem Beifall mehrerer hundert Zuschauer, die den auslaufenden Yachten zujubeln.

Start der Cruising Division um 13:00 Uhr Lokalzeit, von der Außentonne auf Backbordbug, also "Vorfahrtbug" Richtung Startschiff und Nullstart! Wir hatten zwei Yachten auf etwa gleicher Höhe, so dass wir die andere Seite der Startlinie beim Passieren nicht sehen konnten, aber wir waren mindestens die Nummer drei beim Startdurchgang - Regattafieber!

Und es blieb aufregend, mehr hierzu unter Tag 1, an dieser Stelle nur so viel: die ARC 2010 sowie die ARC Europe 2015 - zu zweit!!- haben wir gewonnen, weil wir trotz des sehr schweren Schiffs mit 26 Tonnen über die Taktik punkten konnten. In diesem Jahr scheint der Passat so stetig zu blasen, dass man fast Direktkurs fahren kann! Also nichts mit Wettertaktik, allenfalls im letzten Drittel kann es etwa spannender werden, weil dafür ein Schwachwindband vorhergesagt ist - mal sehen.

 


Vor dem Start

Hallo an alle Freunde und Follower der Bluewater Mooney - es ist mal wieder soweit!

Wir, das sind in diesem Jahr:

Jürgen Pauleweit
Bernd Reinitz
Dr. Martin Rafalczyk

allesamt Hochseesegler mit etlichen tausend Meilen Erfahrung und gemeinsam mit mir hoch motiviert, neben einer guten Platzierung und den Wettervorhersagen folgend, die Regatta nach 16 Tagen zu beenden.

Nach der ARC 2002 (damals noch mit einer Sunbeam 44) und den ARC 2010, 2014 und ARC Europe 2015 (Teilstück Bermudas / Azoren) jetzt die ARC 2015 von Gran Canaria nach St. Lucia. Es handelt sich um die 30. ARC, die mit 57 Startern bei der ARC+ und 191 bei der ARC die bestbesuchte ist.

Ich berichte auch auf der ARC-Seite, darüber hinaus können die aktuellen Positionen über den Fleet Viewer beobachtet werden.